Der Panamakanal


gilt auch heute noch als eine der großen Inge- nieurleistungen der Menschheit. In Erfüllung der 1977 von den Präsidenten Carter und Torrijos unter- schriebenen Verträge gehört der 1914 eröffnete Kanal seit dem 1.Januar 2000 Panama. Sein Betrieb untersteht der "Autoridad del Canal de Panama", die über den künstlichen Wasserweg wacht. Etwa vier Prozent des Welthandels zur See werden über den Kanal abgewickelt. Die gut 80 km lange Wasserstraße verkürzt den Seeweg von der Ost- zur Westküste Nordamerikas um 15.000 Kilometer. Die Haupthandelsstrecken durch den Kanal sind die

von der Ostküste der USA nach Fernost, von der Ostküste der USA an die Westküste Südamerikas, sowie die von Europa an die Westküste der USA oder Kanadas. Der Kanal hat drei zweispurige Schleusensysteme, die wie Wasseraufzüge funk- tionieren. Sie haben die Aufgabe, die Schiffe auf den Wasserspiegel des Gatunsees, der 26 m über dem Meeresspiegel liegt, zu heben und ihnen so den Durchgang durch die kontinentale Wasser- scheide zu ermöglichen. Das Süßwasser des Ga- tunsees wird zum Betrieb der Schleusen benutzt. Für jede Schleusenfahrt werden 197 Millionen Liter Wasser benötigt, die am Ende ins Meer ge-

Die Gebühren für die Kanaldurchfahrt orientieren sich strikt an Länge und Gewicht. Richard Halliburton, der den Kanal 1928 schwimmend durchquerte, hält mit gezahlten 0,36 Cent für seine Passage einen ewigen Rekord. Maximalzahler war 1999 das Roll on/ Roll off - Containerschiff "Sisler", dessen Durchfahrt mit 184.114,80 Dollar zu Buche schlug. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt das Kreuzfahrtschiff "Rhapsody of the Seas" den Gebührenrekord.

pumpt werden. Die Schleusenkammern sind etwa 33,5 m breit und  305 m  lang und bis zu 26 m tief. Die höchsten Schleusentore haben die Mira- flores-Schleusen aufgrund der großen Gezeiten- unterschiede des Pazifiks (im Unterschied zum Atlantik). Die engste Stelle des Kanals stellt der 12,6 km lange Gaillard Cut dar, den man auch "the big ditch" nennt. Hier wird ständig an der Ver- breiterung und Begradigung des Nadelöhrs ge- arbeitet und gegen die Verlandung der Fahrrinne



gekämpft. Hätte man das gesamte, im Rahmen des Kanalbaus ausgegrabene Material und Erdreich auf einen Güterzug verladen, reichte dessen Länge vier Mal um den Äquator...
Alle Schleusensysteme des Kanals haben Be- sucherzentren mit Aussichtsterrassen, von denen man die Durchfahrt der Schiffe beobachten kann. Informationsblätter gibt es auch in Deutsch. Am schönsten ist aber immer noch, einmal selbst den Kanal – ganz oder teilweise zu durchfahren. Wir übernehmen bei Interesse selbstverständlich die Organisation einer entsprechenden Tour.