Isla Barro Colorado Nationalpark

Die Insel Barro Colorado verdankt ihre Existenz der Flutung des Gatúnsees im Rahmen des Kanalbaus 1913. Die zuvor höchste Festlanderhebung der Umgebung wurde zur Fluchtburg für zahllose Tiere.  Ein erstes tropisches Forschungsinstitut wurde hier 1923 gegründet und 1946 vom ange- sehenen Smithsonian Tropical Research Institute (STRI) übernommen. Kaum ein anderer Nationalpark weltweit wurde ähnlich intensiv erforscht wie der Regenwald des Barro Colorado Nationalparks, eine Autostunde vor den Toren der panamaischen Hauptstadt gelegen.


Das Smithonian Institute ermöglicht schon seit mehreren Jahren Besuchern und Touristen den Zugang zur Insel. Zwar werden nur 60 Personen pro Woche zugelassen, doch außerhalb der Hochsaison zwischen Dezember und April stehen die Chancen, zu dieser privilegierten Gruppe zu gehören, nicht schlecht. Dabei gilt die Maxime je früher man eine Reservierung vornimmt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen freien Platz zu ergattern.

Besucher erreichen die Insel per Boot vom Pier in Gamboa.  Ein  Teil des dortigen Wegesystems ist für Besucher freigegeben. Die fachkundigen Führer vor Ort vermitteln während des Rund- gangs faszinierende Einblicke in das komplexe Ökosystem des Regenwaldes, die weniger ge- schulten Augen entgehen. Die Hoffnungen, eine der scheuen und überwiegend nachtaktiven Wild- katzen des Nationalparks zu Gesicht zu bekom- men, sollte man allerdings herunterschrauben. Selbst die ansässigen Wissenschaftler erhalten meist nur über festinstallierte Kameras und Lichtschranken den Nachweis, dass und wie viele Ozelote und Pumas auf der Insel leben.

Beeindruckend ist die Artenvielfalt der Schmet- terlinge und Ameisen, die hier in die Hunderte geht. Auch 30 Frosch- und 72(!) Fledermausarten bevölkern das kleine, nur wenig mehr als 15km² große Areal. Am einfachsten, dank ihres durch- dringenden Organs, sind die Brüllaffen der Insel zu orten.
Die Mitarbeiter des Instituts bemühen sich mit großem Engagement darum, den Besuchern ein hautnahes Naturerlebnis zu vermitteln, um so deren Sensibilität für die Bedeutung und Schutz- würdigkeit der Regenwälder zu schärfen.