Río Plátano (Biosphären-Reservat)


Das Biosphärenreservat Río Plátano umfasst mit 830.000ha 7% der Landesfläche Honduras'.
Es erstreckt sich vom nördlichen Teil der Provinz Olancho bis zur Nordostküste des Landes. Zu- sammen mit den Waldgebieten zweier angrenzender Nationalparks und dem Bosawas Biosphären- Reservat auf nicaraguanischer Seite stellt die Land- schaft entlang des Río Plátano das größte Regen- waldgebiet Amerikas nördlich des Amazonas dar. Seiner biologischen und kulturellen Vielfalt verdankt es die Region, dass sie bereits seit 1982 zum Welterbe der UNESCO gehört.
Petroglyphenfunde belegen ihre lange Siedlungs- geschichte. Bis heute haben einige Gruppen der indigenen Miskito und Pesch ihre Kultur und traditionelle Lebensweise beibehalten. Seit Jahren steigt aber auch der Siedlerdruck, den landlose Bauern und kleine Viehzüchter aus dem Westen auf ihren Lebensraum ausüben.

Spezialisierte Unternehmen vor Ort bieten mehr- tägige Touren, auch unter deutschsprachiger Leitung, in den Nationalpark an. Übernachtet wird dabei oft in Zelten. Eine übermäßige Erschließung durch den Tourismus ist derzeit die geringste Gefahr, die dem Weltnaturerbe droht.
Es ist anderen ökomischen Interessen ausgesetzt. Der Abholzung tropischer Baumarten und der unkontrollierten Jagd auf wildlebende Tiere steht die zunehmende Einfuhr nicht heimischer Tierarten gegenüber, die das komplexe Ökosystem der Naturlandschaft gefährdet.
Ein Projekt der deutschen Gesellschaft für tech- nische Zusammenarbeit (GTZ) und der Kredit- anstalt für Wiederaufbau (KfW) versucht seit 1997, zumindest die Kernzone des Biosphären- Reservates vor weiterer Brandrodung zu schützen.


Dies soll gelingen, indem um die Kernzone eine "Pufferzone" geschaffen wird, in der eine schonende Nutzung der Ressourcen vor allem das Überleben der Kleinbauern sichert. Damit dieser Masterplan für das bedrohte Weltnaturerbe funktionieren kann, ist eine effiziente Verwaltung des Reservates durch die staatliche Forstbehörde und Nationalparkverwaltung ebenso unabdingbar, wie die aktive Beteiligung von Gemeinden, indianischen Organisationen und anderer nicht staatlicher Gruppierungen.


Ausgangspunkt der Touren zum Río Plátano ist meist Palacios mit seiner Landepiste, von wo aus es per Boot – und bei kürzere Strecken auch zu Fuß – weiter geht. Zur letzten Variante gehört z.B. eine Dünenwanderung entlang der schmalen Land- brücke, die das karibische Meer von der Lagune Ibans trennt.
Dennoch sind Touren zum Río Plátano kein reines Picknick, das verhindern schon die Heerscharen von Moskitos, auf die man sich einstellen sollte.

Pedroglyphen