Quiriguá


Ist eine der kleinsten Mayastätten und beeindruckt weniger durch kolossale Gebäude, als vielmehr durch die riesigen Stelen, die hier zwischen 480 und 806 n.Chr. geschaffen wurden. Unter ihnen ist mit Stele E die größte der gesamten Mayawelt. Während der Periode der Spätklassik war Quiriguá ein wichtiger Handelsposten zwischen Tikal und Copán, vor allem aber ein Zeremonialzentrum.

Quiriguá war in die Rivalitäten, Kriege und wech- selnden Allianzen zwischen Tikal, Copán und Calakmul involviert. Eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Quiriguás war denn auch die Gefangennahme des berühmten Herrschers von Copán "18 Kaninchen". Eine der Stelen berichtet davon, dass "18 Kaninchen" auf Quiriguás Plaza im Rahmen eines Opferritus geköpft wurde. In der Herrscherchronologie Copáns entstand in Folge dieses Ereignisses eine Lücke von über 20 Jahren. Eine Besonderheit einiger Stelen ist, dass auf ihnen Herrscher mit Bärten, ähnlich denen, die sich in ägyptischen Darstellungen finden, abgebildet wurden.

Quiriguá wurde zur selben Zeit wie Tikal, nämlich gegen Ende des 9.Jahrhunderts, verlassen. Die Stätte gehört seit 1981 zum Weltkulturerbe der Unesco.
Die Inschriften der Stelen und anderer Skulpturen in Quiriguá stellen eine wesentliche Quelle zur Erforschung der Maya-Kultur dar.
In unmittelbarer Nähe Quiriguás gibt es keine akzeptablen Unterkünfte. Da es aber unweit der Hauptversbindungsstraße von Guatemala City zur Atlantikküste liegt, kann man je nach Reiseroute einen Stopp in Quiriguá einlegen.

Interessant ist auch eine Besichtigung der  Bananen–Plantage, in der Quriguá faktisch  liegt. Hier läßt der Del Monte–Konzern die grünen Stauden für den Export verpacken. Besucher er- halten einen Einblick in die Arbeitsabläufe und vor allem die Arbeitsbedingungen der Arbeiter.