REGENWALD |
Der tropische Regenwald ist ein Paradies, das auf Sand gebaut ist. Die dünne Humusschicht über der unfruchtbaren Basis wird nur von den Wurzeln der ![]() Urwaldriesen, die weitverzweigt nahe und an der Oberfläche verlaufen, vor Erosion bewahrt. Stellt man sich die Lebensräume dieses sensiblen Öko- systems als Etagen eines Hauses vor, ist im Erdgeschoß und der darüberliegenden Etage aus strauch- und buschförmigen Pflanzen ein Großteil der schier unglaublichen Artenvielfalt zuhause. Mehr als die Hälfte aller weltweit bekannten Tier- und Pflanzenarten kommen ausschließlich im Regenwald vor. Der differenzierte, vertikale Aufbau ermöglicht sehr unterschiedliche Temperatur-, Feuchtigkeits-, Wind- und Lichtverhältnisse mit entsprechend differenzierten Lebensräumen. Das feuchtheiße Klima begünstigt vor allem wechselwarme Tiere wie Insekten, Amphibien und Reptilien. Auch das hohe Alter der tropischen Regenwälder (über 100 |
Mio. Jahre) hat entscheidend zur Artenvielfalt beigetragen. So hat z.B. die Entwicklung der Blütenpflanzen zu einer parallel verlaufenden Evolution der Insekten geführt. Die Baumkronen der 30-35 Meter hohen Bäume schließen sich zu einem Blätterdach, dessen Dichte nur noch ein Prozent des einfallenden Sonnenlichtes bis zum Boden durchlässt. An Stämmen und Ästen der Bäume leben soge- nannte Aufsitzerpflanzen wie Orchideen und Bromelien. Einzelne Urwaldriesen, die oft bis zu sechzig Meter hoch werden, ragen aus diesem ![]() Dach heraus. In diese Regionen stößt der menschliche Betrachter selten vor. Jedoch bieten seit einigen Jahren immer mehr lokale Veranstalter so genannte “Canopy Touren” an, bei denen man am Seil hängend und ent- sprechend gesichert über die Baumkronen rauscht. Einen tieferen Einblick vermitteln diese Sensationen nicht, sie ähneln doch eher einer |
spektakulären Achterbahnfahrt. Weitaus bessere Chancen, auch die Vogel- und Tierwelt der ober- sten Etage wahrzunehmen, bieten Beobachtungs![]() plattformen, auf denen man verharren und nach seltenen Spezies Ausschau halten kann. Dass solche Formen der touristischen Erschließung des Regenwaldes in entlegeneren Regionen unbekannt sind, versteht sich von selbst. Unsere Auswahl berücksichtigt sowohl leichter zugängliche, als auch weit abseits der Touristenströme gelegene Waldregionen. Monteverde, Costa Rica La Amistad Nationalpark, Panama Darién Nationalpark, Panama Corcovado Nationalpark, Costa Rica Río Plátano, Honduras Rio San Juan, Nicaragua Pico Bonito Nationalpark, Honduras |