Die Macht der Somozas stützte sich während der vier Jahrzehnte ihrer Herrschaft auf mehrere Säulen: die Kontrolle über die Streitkräfte, die Komplizenschaft der ökonomischen Eliten des Landes, die vom Regime profitierten, vor allem aber auf die politische, ökonomische und militärische Unterstützung aller US-Regierungen dieses Zeitraums. Sie sahen in den Somozas die Garanten us- amerikanischer Interessen in der Region und eine Bastion gegen die “kommunistische Infiltration”. Innerhalb dieser Konstellation hatten Wahlen keinerlei demo- kratische Signifikanz, da ihr Ausgang an den Verhältnissen nichts zu ändern vermochte. Der Familienclan manipulierte die Verfassung und den Wahlprozess nach Belieben.

Die oppositionelle "Sandinistische Nationale Befrei- ungsfront" (Frente Sandinista de Liberación Nacional/ FSLN) hatte bereits 1962 ihren Kampf gegen die Somoza-Diktatur begonnen. Doch erst nach dem verheerenden Erdbeben, das Managua 1972 fast völlig zerstörte, wandten sich weite Teile der Bevölkerung vom Somoza-Regime ab.
Die Katastrophe hinterließ 10.000 Tote, 20.000 Verletzte und 250.000 Menschen wurden obdachlos. Von den internationalen Spendengeldern für den Wiederaufbau flossen annähernd eine halbe Milliarde US-Dollar in die Taschen des Somoza-Clans.


Der Sieg der sandinistischen Revolution
1978, nach der Ermordung des Oppositionspolitikers Pedro Joaquín Chamorro, kam es zum bewaffneten Aufstand.
Im Jahr danach war das Ende der Somoza-Herrschaft gekommen. Der Clan setzte sich mitsamt einem Gutteil der Regierungskasse in die USA ab. Begünstigt wurde die rasche Entwicklung durch die schwindende Unterstützung der Regierung Carter für die Somozas.
Die "Sandinistische Befreiungsfront" unter der Führung Daniel Ortegas übernahm die Regie- rungsgewalt.

Daniel Ortega
Sie verstaatlichte den gewaltigen Landbesitz der Familie, ebenso wie andere, auch us-amerikanische Großbe- triebe und wandelte sie zu landwirtschaftlichen Ko- operativen um.

Diese Entwicklung löste in Washington, vor allem nach dem Amtsantritt Ronald Reagans 1981, ähnliche Re- aktionen aus wie die Politik Zelayas zu Beginn des Jahrhunderts. Die Reaktion war ein unerklärter Krieg gegen die nicaraguanische Regierung. Mit den Mitteln des Wirtschaftsembargos und verdeckter Militär- operationen sollte die sandinistische Regierung gestürzt werden. Ab 1983 kam dann noch eine us-finanzierte Armee aus Konterrevolutionären, meist exilierten Somoza-Anhängern, den sogenannten Contras, hinzu, die "Freiheit und Demokratie" Nicaraguas zu verteidigen vorgaben.