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"Mexiko ist ein großes Land mit einer kurzen Geschichte und einer langen Vergangenheit"
Als die spanischen Abenteurer um Hernán Cortés im Sommer 1519 bei Veracruz an Land gingen, um Ver- mögen und Karrieren zu machen, die ihnen in Spanien verwehrt waren, gab es Mexiko noch nicht. Die Stadt- staaten der mesoamerikanischen Hochkulturen hatten zu diesem Zeitpunkt Bedeutung und Einfluss oft schon seit Jahrhunderten verloren, mit einer Ausnahme: Im
Hochtal von Mexiko besaßen die Azteken, die sich selber Mexica nannten, eine blühende Hauptstadt inmitten des Texcoco-Sees, deren Größe, Architektur und Lage weit über das unmittelbare Einflussgebiet der Azteken hinaus bekannt waren.
Tenochtitlan war auf dem Höhepunkt seiner Macht und dennoch zum Untergang ver- urteilt, als die Nachricht von den fremden Ankömmlingen Mocte- zuma II erreichte.
Ob Moctezuma, der als vierund- zwanzigjähriger Theologiestudent vom Adel der aztekischen Ge- sellschaft zum "Sprecher" der Azteken und zum Nachfolger Ahuitzotls bestimmt worden war, wirklich an die Legende vom wie- derkehrenden Gott Quetzalcoatl glaubte und dadurch zur tragi- schen Figur wurde, ist nicht sicher.
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Nach der aztekischen Überlieferung hatte sich der nahende Untergang über Jahre in unheilvollen Vorzeichen angekündigt
In jedem Fall traf Moctezuma mit seinem Versuch, die Fremden mit kostbaren Geschenken, die er ihnen durch Gesandte überbringen ließ, zur Umkehr zu bewegen, eine fatale Entscheidung: Cortés - ebenso dreist wie Moctezuma zögerlich - ließ seine Schiffe verbrennen, zwang seine Begleiter damit zur Loyalität und machte sich über die Pässe der Sierra Madre auf nach Tenochtitlan...
Bis zum heutigen Tag liefert die Geschichtsschrei- bung keine wirklich plausible Erklärung dafür, wie es einer überschaubaren Streitmacht von weit unter tausend Mann gelingen konnte, eine der einfluss- reichsten politischen Mächte der damaligen Welt physisch und ideell zu vernichten. In der bloßen Schilderung der Ereignisse herrscht jedoch weitge- hend Konsens: Cortés und seine engsten Begleiter, darunter auch seine Dolmetscherin Malinche, wurden in den Palast vorgelassen.
In einer wechselseitigen Geiselnahme wurde Moc- tezuma einerseits zum Gefangenen der Spanier, die ihrerseits in Tenochti- tlan gefangen waren. Ein Fest zu Ehren des Gottes Huitziliopochtli eskalierte in einem Blutbad. Die Spanier töteten zahlreiche Mitglieder des aztekisch- en Adels, und nur das persönliche Eingreifen Moctezumas rettete sie vor der aufgebrachten Menge. Ob Moctezuma dann durch einen Steinwurf aus den eigenen Reihen, oder von den Spaniern getötet wurde, ist unklar.
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