Die Entwicklung zur Unabhängigkeit von Spanien, die formell 1821 abgeschlossen war, verlief in Honduras parallel zu den anderen spanischen Kolonien in Lateinamerika.
Begünstigt wurde der Prozess durch den Zusammenbruch der spanischen Monarchie im Zuge der napoleonischen Eroberungen. Wie seine zentralamerikanischen Nachbarn folgte für Honduras der Unabhängigkeit von Spanien der vorübergehende Anschluss an das mexikanische Reich des selbsternannten Kaisers Agustín de Iturbide.
1823 fand das Intermezzo mit Iturbides Sturz ein Ende und brachte die Unabhängigkeit von Mexiko. Honduras trat dem föderalen Staatenbund der "Vereinigten Provinzen von Zentralamerika" bei.

Francisco Morazán
Diese Föderation stand von Beginn an unter dem Vorzeichen des politischen Gegen- satzes von Konservati- ven und Liberalen.
Während erste als Großgrundbesitzer oder Vertreter der katholi- schen Kirche ihre Privi- legien dem Feudal- system der Kolonialge- sellschaft verdankten, drängten die Liberalen, meist städtische Kauf- leute, vor allem auf liberale Handelsgesetze und bürgerliche Freihei- ten.


Ein Liberaler, der honduranische Nationalheld Francisco Morazán, wurde 1830 zum Präsidenten dieser Föderation gewählt. Während einer Dekade gelang es ihm, liberale Ziele zu verwirklichen, indem er die politische und ökonomische Macht des katholischen Klerus zurückdrängte und die landwirtschaftlichen Exporte zu steigern vermochte. Dennoch kam es immer wieder zu Aufständen gegen seine Präsidentschaft, die sich fortdau-
ernden militärischen Auseinandersetzungen mit konserva- tiven Truppen ausgesetzt sah. Zwischenstaatliche Konflikte und der politisch-ideologische Gegensatz, der die Gesell- schaft der Mitgliedsstaaten über nationale Grenzen hinweg spaltete, besiegelten schließlich das Schicksal Morazáns und das der Föderation, die letztlich zerbrach. Am 5. November 1838 erklärte Honduras – beinahe notgedrungen – seine nationale Unabhängigkeit. Die Konservation über- nahmen unter Francisco Ferrara die Macht, und dieser wurde am 1.Januar 1841 auch Honduras' erster verfas- sungsmäßiger Präsident.
Morazán, der 1842 aus dem peruanischen Exil zurückge- kehrt war, um einen letzten Versuch zur Wiederein- setzung der zentralamerikanischen Föderation zu unter- nehmen, endete im von konservativen Städten beherrsch- ten Costa Rica vor einem Erschiessungskommando, von den eigenen Truppen verraten.


historische Karte der zentralamerikanischen Föderation