Menschenrechte aktuell Im Gegensatz zum Wahlkampf, in dem vor allem die Rechtspartei des gefürchteten Ex-Diktators Rios Montt (FRG) ein Klima der Angst und Gewalt verbreitete, verlief die Präsidentschaftswahl im November 2003 überraschend friedlich. Der deutsche UN-Sonderbeauftragte für Guatemala und frühere Stadtkämmerer Frankfurts, Tom Königs, kom- mentierte dies in der Tageszeitung “Prensa Libre” vom 10.November folgendermaßen: "Es war ein friedlicher Tag, und ein Tag eines zivilen Festes. Es gab Probleme in dem einen oder anderen Ort, aber die fast exzessive Geduld der Guatemalteken machte alles wieder wett." Trotz massiver Einschüchterungsversuche und Manipulationen der ländlichen Bevölkerung landete der Präsidentschaftskandidat Rios Montt abgeschlagen auf Platz drei. Mit dem Amtsantritt der neuen Regierung und des Kongresses verliert Rios Montt seine Immunität, die er zuvor als Kongresspräsident genossen hatte.
Rigoberta Menchú, Friedensnobelpreis-Trägerin und Anwältin der Indígenas, hat in Spanien eine Klage gegen Ríos Montt wegen Völkermordes angestrengt.
Unter seiner Verantwortung wurden zwischen März 1982 und August 1983 bei Massakern, vor allem unter der Maya-Bevölkerung in ländlichen Regionen, mehr als 100.000 Menschen getötet. Er befahl der Armee eine Politik der verbrannten Erde gegen indianische Dörfer, die der Zusammenarbeit mit der Guerilla verdächtigt wurden.



http://shr.aaas.org/guatemala/ceh/report/english/toc.html
(Bericht der Wahrheitskommission Guatemalas in Englisch)