Unter dem Eindruck des Contra-Krieges in Nicaragua entstand der Friedensplan für Zentralamerika, den Guatemala, Costa Rica, Honduras, Nicaragua und El Salvador 1987 unterzeichneten. Mit Jorge Serrano Elías wurde 1991 erstmals ein Protestant mit großer Mehr- heit zum guatemaltekischen Staatsoberhaupt und Regierungschef gewählt. Er erkannte die Unabhängig- keit Belizes an und erklärte Sozialreformen und die Festigung der Demokratie zu seinen Hauptzielen. Im folgenden Jahr brach er die Friedensverhandlungen mit den Guerillas ab.
Rigoberta Menchú erhielt im selben Jahr für ihren Einsatz zugunsten der indigenen Bevölkerung und deren Rechte den Friedensnobelpreis.


Nach Unruhen und Rücktrittsforderungen löste der Präsident das Parlament und den Obersten Gerichtshof auf. Das Oberste Wahlgericht verurteilte dies als verfassungswidrig und Serrano Elías wurde vom Militär entmachtet. Der angesehene Menschenrechtsanwalt Ramiro de León Carpio wird Übergangspräsident und unternimmt Schritte zu weiteren Friedensverhandlungen mit den Guerillas. Der rechtskonservative Politiker Alvaro Arzú Irigoyen, Kandidat der "Partei des Nationalen Fortschritts" PAN, wurde 1996 mit knapper Mehrheit neuer Staats- und Regierungschef.

Am 29. Dezember des Jahres unterzeichneten die linksgerichteten Rebellen mit der Regierung einen abschließenden Friedensvertrag, der u.a. umfas- sende wirtschaftliche Reformen und mehr Rechte für die Indiobevölkerung sowie eine Wiederein- gliederung der Guerilleros in das zivile Leben vorsieht. Dieser Plan wartet in wesentlichen Punkten bis heute auf seine Umsetzung.

So ist eine funktionierende öffentliche  Zivilverwaltung noch immer auf städtische Regionen beschränkt. Außerhalb der Städte stellte seit Mitte der 50er Jahre die Armee die einzige Autorität dar. Die Militarisierung der Gesellschaft erfasste auch die sogenannten "zivilen Verteidigungspatrouillen", PAC, die vom Militär ausge- rüstet wurden und Mitte der 80er Jahre 800.000 Ange- hörige hatten. Diese PAC waren für zahllose Entfüh- rungen, Morde und Massaker an der Bauernbevölkerung verantwortlich.


Jahre danach: Massaker- Opfer werden exhumiert.
Die von der UN unter- stützte Wahrheitskommis- sion zur Aufklärung und Aufarbeitung der Kriegs- verbrechen der Vergang- enheit hatte bereits 1999 in ihrem Bericht darge- legt, dass 93 Prozent der Kriegsverbrechen wäh- rend des Bürgerkrieges, darunter über 600 Massa- ker, auf das Konto des Staates bzw. dessen Armee gingen.