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Tenochtitlán

Die legendäre Hauptstadt der Azteken wurde im Jahr Ome Calli (Zwei Haus) oder - nach unserer Zeitrechnung - 1325 von Tenoch, dem damaligen Anführer der Mexica (Azteken), gegründet. Dabei hielt er sich an einen Plan, der auf dem Vorbild des aztekischen Universums beruhte. Die Stadt lag auf einer sumpfigen Insel im Texcoco-See (der heute ausgetrocknet ist) und war durch Kanäle und Gräben in vier Stadtviertel eingeteilt. Diese vier Hauptbezirke, Teopan, Moyotlan, Atzacualco und Cuepopan, repräsentierten die vier Gründerfamilien. Der Schnittpunkt der beiden Hauptdiagonalen markierte den Mittelpunkt der Welt. Hier lag der Tempelbezirk mit dem Templo Mayor und insgesamt 78 Gebäuden. Durch drei Dammstraßen war Tenochtitlan mit dem Festland verbunden. Nach und nach wurde die Stadt in den See hinein erweitert, indem die Bewohner sogenannte Chinampas an die eigentliche Insel anfügten. Diese Chinampas waren künstliche Inseln, die errichtet wurden, indem Flöße und Rohrgeflechte mit Erde, Pflanzen und Wurzeln gefüllt wurden. Die Wurzeln wuchsen im Laufe der Zeit bis auf den Grund des Sees und so wurde nicht nur Wohnfläche, sondern auch fruchtbarer Boden gewonnen. Zur Zeit seiner Blüte hatte Tenochtitlán (zusammen mit dem Nachbarort Tlatelolco, mit dem sie eine Einheit bildete) ca. 250.000 Einwohner.
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