Iturbide, Agustin de
Stand als Kaiser für zehn Monate am Beginn der mexikanischen Unabhängigkeit. Hatte
Vicente Guerrero nach der Hinrichtung der Führer
Hidalgo und
Morelos mit seinen Guerilla-Attacken den völligen Untergang der Insurgenten (Aufständischen) noch verhindert, vollzog die mexikanische Unabhängigkeitsbewegung um 1820 einen merkwürdigen Wandel: in einem Staatsstreich der Liberalen gegen die Monarchie in Spanien sah die konservative Oberschicht Mexikos eine Gefahr für den eigenen sozialen und ökonomischen Status Quo. Vormals stramme Royalisten sprachen sich für die sofortige Unabhängigkeit von Spanien aus.
Iturbide hatte als Führer der royalistischen Truppen Valladolid gegen die Aufständischen unter Morelos verteidigt und diesen einen entscheidenden Schlag versetzt. Nun vereinigte er seine reaktionären Truppen mit den radikalen Einheiten Guerreros.
Am 24. Februar 1821 wurde der Plan von Iguala veröffentlicht, der drei Garantien enthielt, unter denen sich die liberalen und konservativen Truppen ("ejército trigarante") vereinten:
1. Mexiko sollte zur unabhängigen Monarchie werden, an deren Spitze ein europäischer Prinz, oder für den Fall, dass kein Europäer gefunden werden würde, ein Mexikaner stehen sollte;
2. die katholische Kirche sollte ihre Privilegien und Macht behalten;
3. die Kreolen sollten den spanischstämmigen "gachupines" sozial gleichgestellt werden.
Dieser Plan fand bei allen einflussreichen gesellschaftlichen Gruppen Mexikos Zustimmung, ignorierte aber die Interessen der unteren sozialen Schichten vollständig. In diesem Punkt unterschied sich denn auch die mexikanische Unabhängigkeitsbewegung von der südamerikanischen unter Simon Bolívar.